Geschichte

Aufgrund der Oktober-Revolution in Russland im Herbst 1917 war die Familie Schedlbauer gezwungen, ihre Heimat Odessa auf der Halbinsel Krim zu verlassen und nach Österreich zu fliehen. Am 25. Oktober 1919 unterzeichnete Franz II. Ludwig Schedlbauer den Kaufvertrag für die primitive Mühle in Raaba. Die Mühle war, verglichen mit der riesigen Dampfmühle, die die Familie in Odessa besessen hatte, eine herbe Enttäuschung. Es gab kein Wasser, keinen Stromanschluss, keine Mühleneinrichtung. Die Brücke war in einem miserablen Zustand, Unbekannte fuhren ständig durch den Hof. Ab 1924 konnte die Mühle schließlich betrieben werden. Es war eine Lohnmühle, deren Kunden die Bauern der Umgebung waren.

Im Sommer 1942 wurde Franz II. Ludwig Schedlbauer mit großer Mehrheit zum Bürgermeister von Raaba gewählt und übte in den folgenden Kriegsjahren sein Amt so vorbildlich aus, dass er im Juni 1945, schon unter britischer Besatzung, neuerlich zum Bürgermeister ernannt wurde. Bis 1968 blieb Franz Ludwig Bürgermeister von Raaba. Aus Altersgründen stellte er sich der nächsten Wahl aber nicht mehr. Am 31. Oktober 1962 wurde ihm für seine großen Verdienste die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Raaba verliehen.

Ab 1950 begann der beispiellose Aufschwung der Firma, die Franz II. Ludwig Schedlbauer gemeinsam mit seinem Sohn Franz III. leitete. Mit zunehmendem Alter des Vaters übernahm Franz III. die alleinige Leitung des Unternehmens und zeichnete sich durch besondere Initiativen aus. Ein Meilenstein in der Geschichte der Schedlbauer-Mühle war der Beginn der Vermahlung von Durumweizen im Jahr 1956. Erst 1959 wurde mit der Entwicklung des bekannten Haushaltsmehles Farina begonnen.

1968 erfolgte der Bau der Durummühle in Messendorf. Diese moderne Hartweizenmühle arbeitete mit einer Leistung von 60 Tonnen in 24 Stunden. 1990 erfolgten ein Umbau und die gleichzeitige Vergrößerung der Hartweizenmühle auf eine Leistung von 104 Tonnen in 24 Stunden.
Schon 1970, noch keine zehn Jahre nach seiner Errichtung, wurde der Getreidesilo in Messendorf auf das doppelte Fassungsvermögen (20.000 Tonnen) vergrößert. Ein Jahr später entstand ein zusätzliches Getreide-Großsilo in Kalsdorf mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Tonnen.

Im Jahr 1981 starb Franz Ludwig Schedlbauer im Alter von 89 Jahren. Er hatte die Arbeit seines Vaters erfolgreich weitergeführt. In den Jahren 1991 und 1992 entstanden ein Mehlsilo, eine Weichweizenmühle mit einer Leistung von 160 Tonnen in 24 Stunden und eine moderne Paketierungsanlage.

Im Jahr 1989 wurde die Farina-Mühlengesellschaft gegründet, die ab 1. Jänner 1990 sämtliche Geschäfte der Firma Franz Schedlbauer übernahm. Mit 1. Juli 2000 erfolgte ein Eigentümerwechsel und die Anteile der Farina-Mühle wurden von der Leipnik Lundenburger Invest AG übernommen, in deren Eigentum sich auch die ehemalige Vonwiller-Mühle mit Sitz in Schwechat befand.

Im Jahr 2013 schlossen sich die Vonwiller-Mühlen als GoodMills Österreich der GoodMills Group an und stellten so die Weichen für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft. Kosteneinsparungen, Synergieeffekte im Einkauf, ein gemeinsamer Marktauftritt und bestmögliche Kundenbetreuung sind die Parameter dieser positiven Entwicklung.